Ex-Rotkreuzler verstärken Samariter

Wechsel Dr. Matthias Gast und weitere ehemalige DRK-Retter tragen jetzt die Uniform des ASB, bleiben dem Landkreis aber trotzdem erhalten.

MECKLENBURG-STRELITZ Spätestens den Besuchern des Neustrelitzer Osterfrühlings dürfte aufgefallen sein, dass neben den gewohnten Rotkreuzlern lm Bild der Vereine und Verbände auf dem Markt der Kreisstadt auch erstmals Arbeitersamariter vertreten waren. Hintergrund sind nach Aussage von Dr. Matthias Gast "Meinungsverschiedenheiten über die künftige Ausrichtung der Wasserwacht" mit dem DRK-Kreisverband. Gast, seit 1996 bei der ehrenamtlichen Wasserwacht und seit 1998 deren Leiter, hat dem Roten Kreuz den Rücken gekehrt und ist beim Arbeitersamariterbund (ASB), Regionalverband Neubrandenburg/Mecklenburg-Strelitz mit offenen Armen empfangen worden. Dies um so mehr, als mit ihm eine weitere Ärztin, ein Rettungsassistent und fünf Medizinstudenten den Schritt gegangen sind, vier weitere Interessenten sind noch dazu gestoßen. "Ein Riesengewinn territorial und von der Qualifikation her für den ASB", schätzte Dr. Gast in einem Gespräch mit dem Nordkurier ein. "und ein Glücksfall für beide Seiten." Der Regionalverband mit seinen stattlichen 1800 Mitgliedern war bislang nach Angaben des Arztes überwiegend in der Vier-Tore-Stadt präsent.
Aufgrund der fachlichen Voraussetzungen des seit 1. April neuen ASB-Teams bietet es neben der Wasserrettung auch Sanitätsdienst an. "Wir wollen unsere Qualifikation nicht brach liegen lassen, begreifen uns in Mecklenburg-Strelitz auch nicht als Konkurrenz, sondern als Mitbewerber", so Matthias Gast, der natürlich auch Kontakte von früher nutzt. So hat die Gruppe unlängst die Eröffnung des Strelitzer Fitness-Parks medizinisch abgesichert. Auf keinen Fall seien seine Leute und er, wobei es noch keinen offiziellen Leiter des Teams gibt, an einer Eskalation der Meinungsverschiedenheiten mit dem DRK interessiert. Letztlich werde man von Fall zu Fall auch zusammenarbeiten, so bei der Fußball-WM.
Die frisch gebackenen Arbeitersamariter wollen dem Landkreis Mecklenburg-Strelitz anbieten, sie wie gewohnt in das Alarmierungssystem einzubinden, sobald sie in den nächsten Wochen technisch aufgerüstet haben. Neben der Veranstaltungsabsicherung sollen ab Mai Erste-Hilfe-Kurse sowie Ausbildungen zum Rettungstaucher und -schwimmer angeboten werden. Drei Gruppenmitglieder qualifizieren sich derzeit zu Ausbildern. "Wir wollen eine Plattform sein für alle Interessierten und das Team auch gern vergrößern", betonte Dr. Gast.
DRK-Kreisgeschäftsführer Uwe Jahn bezeichnete die Trennung von Dr. Gast als eine "rein persönliche, private Angelegenheit", auch wenn "uns im Schlepptau des Arztes weitere Wasserretter verlassen haben", was er nicht weiter werten wollte. Fluktuationen sei gerade im ehrenamtlichen Bereich normal und die DRK-Wasserrettung mit ihren rund 70 Aktiven groß genug, um den Abgang zu verkraften. Sie sei nach wie vor voll einsatzbereit, sowohl was Strand- als auch Bootsbesatzungen und Taucher angehe.